Klimavortrag “Die Arktis taut auf: Was bedeutet das für Kappeln?”

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Am 1.2.2018 war es soweit. In der Stadtbücherei in meiner Heimat Kappeln an der Schlei bei Flensburg konnte ich meinen ersten Klimavortrag halten. Da sich sehr viele Menschen für den Umgang mit der Natur interessieren, sind hier Teile meiner Präsentation online zum Nachlesen. Wollen Sie wissen, welche Bedeutung das Abschmelzen der Arktis und anderer Eisschilde weltweit für uns in Kappeln, in Deutschland hat? Hier sind Antworten auf diese wichtigen Zukunftsfragen. Zudem beschreibe ich wie es zu meinem Umweltengagement kam.

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Um 19 Uhr konnte ich die 25 Zuhörer*innen in der Stadtbücherei Kappeln an diesem Klimaabend begrüßen und mit meinem Vortrag beginnen. Los geht’s!


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Meine Heimat Kappeln an der Schlei ist mir wichtig. Dies ist der ausschlaggebendste Grund für diesen Klimavortrag. Durch mein Engagement ist mir im Laufe der Jahre aufgefallen, dass die Eisschmelze in der weit entfernten Arktis sowie der Antarktis Einfluss auf die Zukunft Kappelns und anderer Küstenregionen hat. Momentan steigt das Meer weltweit um 3,2 Millimeter pro Jahr. Bis 1990 waren es im letzten Jahrhundert jährlich 2 Millimeter. Aus diesem Grund will ich etwas tun, um das Thema Meeresspiegelanstieg in den Fokus der Küstenbewohner zu rücken. Hier ist eine Zusammenstellung wichtiger Studien zum Meeresspiegelanstieg zu finden.

Strand

Genauso wie Kappeln mir am Herzen liegt, steht es auch um den Weidefelder Strand, der ein paar Kilometer von Kappeln entfernt ist. Soweit ich mich erinnern kann, sind meine Eltern mit meinen Geschwistern und mir – ob bei Sonnenschein oder Wind – an diesen Strand gefahren. Früher im Urlaub, wenn wir meine Großeltern in Kappeln besuchten. Als ich später selber in Kappeln wohnte, nahmen wir unseren Hund mit ans Meer, das sie liebte.

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Als kleines Kind besuchten wir Kappeln, die Heimat meiner Mutter und meines Großvaters, oft. Als kleines Kind verbrachte ich so Zeit in der kleinen Schleistadt. Oben rechts auf dem Foto sind mein Vater und mein Großvater mit mir am Kappelner Hafen zu sehen. Unten rechts sind meine Mutter und ihr Vater mit mir als Kleinkind in Kappeln vor seinem Haus zu sehen. Bereits als Kind begann ich gerne Fotos zu machen. So sind die allermeisten Fotos in dieser Präsentation auch selbst fotografiert.

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Bevor es um die Klimakrise mit ihren unglaublichen Folgen geht, sind hier beeindruckende Erlebnisse, die ich durch meine Klimaaktivitäten mitbekommen habe. Die Auseinandersetzung mit dem Umgang unserer natürlichen Ressourcen bedeutet für mich nämlich auch, dass ich unglaublich tolle Menschen kennenlerne. Das Befassen mit der Klimakrise hat mir also auch neue Freundschaften und das gemeinsame Feiern von erkämpften Erfolgen beschert. Wie hier auf dem Foto, die Feier von Fossil Free Berlin im Juni 2016 auf dem Tempelhofer Feld in Berlin zu sehen ist. Der Anlass für unsere ausgelassene Stimmung war der Beschluss vom Land Berlin, Divestment durchzuführen. Dies bedeutet, dass das Land Berlin fossile Aktien aus ihren Pensionsfonds verkauft (abzieht = divestment). Damit wurde Berlin die erste Hauptstadt in der EU, die sich für’s Divestment aussprach. Ein voller Erfolg für Fossil Free Berlin, die zusammen mit der grünen Fraktion im Abgeordnetenhaus, dafür gekämpft hatten.

Bühne

Durch mein Klimaengagement habe ich auch die Erfahrung machen können vor 10.000 Menschen während der großen Klimademo vor Beginn der Weltklimakonferenz 2015 (in Paris) in Berlin beim Global Climate March auf der Bühne für Fossil Free Berlin zu sprechen.

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Durch den Einsatz von Fossil Free Berlin für nachhaltige Geldanlagen hatten wir auch Kontakt mit dem FOCUS, der, wie auch DIE ZEIT, 2015 einen Bericht über unsere Aktivitäten zu nachhaltigen Geldanlagen schrieb.

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Was führte dazu, dass ich mir Sorgen um die Zukunft Kappelns mache? Wie kam es, dass ich auf den Gedanken kam, dass Kappeln in einigen Jahrzehnten vom Meeresspielgelanstieg dauerhaft – nicht nur kurzfristig wie hier auf dem Foto der Hafen von Kappeln – betroffen sein kann? Wichtige Schritte zu meinem Klimaeinsatz sind diese:

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Im Sommer 1999 zogen meine Eltern mit uns Kindern nach Bogotá, Kolumbien. Mein Vater zog es an die Deutschen Schule, dem Colegio Andino, das ich auch besuchte. In Kolumbien leben Ureinwohner. Ihre Naturverbundenheit und das nicht-westliche Gedankengut beeindruckten mich. Es zeigte mir, dass es auch andere Ansichten und Lebenseinstellungen als die westlichen gibt.

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Und natürlich, wenn man von Kolumbien spricht, das eins der höchsten Biodiversitäten der Welt hat, wird man von der unglaublich schönen und reichhalten Natur stark beeindruckt! Oben rechts im Bild machen wir eine Flusswanderung durch den Regenwald. Eine derartig schöne Natur hatte ich zuvor noch nicht mit eigenen Augen gesehen.

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Foto Katarina Fiebelkorn

Nach meinem Abtiur, das ich 2005 in Kappeln machte, ging ich für ein Jahr als Au Pair in die USA. Dort war der damals neue Film Die unbequeme Wahrheit von dem ehemaligen Vize-Präsidenten der USA, Al Gore, ein weiteres Schlüsselerlebnis auf meinem Weg zur Klimaaktivistin, den ich in den USA noch sah. Dies ist der Link zum Trailer des Films. Sehr sehenswert! Der Film schaffte es, das Thema Klimawandel und die zu hohen und durch den Menschen verursachten CO2-Werte in der Atmosphäre, weltweit bekannt zu machen. Der Druck für mehr Klimaschutz stieg.

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Danach begann mein Studium in den Niederlanden und ich half meiner Mutter im Sommer 2009 bei den Kappelner Grünen für die Europawahl Plakate zu kleben. Das machte mir so viel Spaß, dass ich einige Zeit später in Münster, wo ich wohnte, bei der Grünen Jugend aktiv wurde. So lernte ich viel über die Energiewende und den wichtigen Klimaschutz. Ich entdeckte meine Leidenschaft für die Energiepolitik, ging auf Demos und trat nach Fukushima den Grünen bei.

 

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Ein weiteres großes Erlebnis für mein Klimaaktivismus war der Besuch des Hambacher Kohletagsbaus bei Köln im Februar 2012 mit der Grünen Jugend. Ich starrte in das riesige Kohleloch und konnte nicht fassen, dass es so einen großen Kohlekrater gleich bei Köln gab! Der Bericht über diesen Besuch war mein erster Beitrag auf diesem Blog.

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In dieser Zeit ging mir langsam ein Licht auf und ich begriff, dass die enorme Menge CO2, die die energieintensive Kohlenutzung verursachte, die Erde schneller erwärmte. Das Eis in der Arktis und der Antarktis schmelzen also auch mit deutschen CO2-Emissionen aus der Kohlekraft immer schneller und würden damit für meine Heimat am Meer langfristig ein Problem werden. Im letzten Jahrhundert war der Meeresspiegel so weltweit bereits um 20cm angestiegen. In der südlichen Ostsee um ca. 14 cm.

Toni

Anton Hofreiter in der Arktis, Juni 2017 Foto: Jonas Pohlmann

Für meinen Klimablog konnte ich 2017 ein Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Dr. Anton Hofreiter, über seine Arktisreise im Juni 2017 führen. Was Toni von der Arktis erzählte, kann einen nur beeindrucken und aufschrecken lassen. Denn das ewige Eis schmilzt! Und zwar immer schneller.  Dieses beeindruckende Video zeigt, was er über die Arkits erfahren hat.

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Anton Hofreiter beim Russell Gletscher, Foto: Jonas Pohlmann

Durch Tonis Besuch in der Arktis ist mir bewusst geworden, wie stark die Prozesse, die wir durch unser wirtschaftliches Handeln auslösen, bereits in Gang gesetzt wurden. Selbst in der weit entfernten Arktis! Sind wir uns sicher, dass wir das arktische Eis wirklich auftauen wollen? Hoffentlich besinnen wir uns schnell und reduzieren unseren CO2-Verbrauch. So haben wir noch eine Chance darauf, dass grönländische Eis nicht komplett zu vernichten und schützen unsere Küsten vor langfristig 7 Metern Meeresspiegelanstieg!

CO2 Karte

Mir wurde klar, was wir Menschen seit der industriellen Revolution mit der Erde anstellten und wie stark wir in ihre Ökosysteme eingreifen. Aus Schrecken über das zerstörerische Handeln von uns Menschen der Erde gegenüber, habe ich 2014 diese Klimakarte erstellt. Es wird gezeigt, in welcher Konzentration der Anteil des Kohlenstoffdioxids (CO2) in der Atmosphäre auf der Erde vorkam. Zudem wird beispielhaft angegeben, wie die Lebensbedingungen auf der Erde bei unterschiedlichen CO2-Konzentrationen waren. Momentan kommen 2 ppm (parts per million, Anteile per Millionen) pro Jahr dazu. Das bedeutet von den 280 ppm, die wir um 1880 beim Start der industriellen Revolution hatten, haben wir 2013 – seit Millionen von Jahren – das 1. Mal 400 ppm erreicht. 2017 lagen wir bei 410 ppm! Das Dramatische an diesen Angaben ist, dass 350 ppm als 1,5-Grad-Erwärmungsgrenze angesehen wird. Überschreiten wir 400 – 450 ppm haben wir das 2-Grad-Erwärmungsziel überschritten. Dies bedeutet, dass wir das Pariser Klimaabkommen nicht einhalten, was sehr schlimme Folgen für unsere Lebensbedingungen hat. Wichtige Ökosysteme wie der Regenwald oder die Arktis sowie die Antarktis können in diesem Fall kippen. Die Kimaveränderungen verselbstständigen sich dann. Die Artkis und die Antarktis schmelzen langfristig ab. Um wie viel Meter der Meeresspiegel steigt, wenn diese Eisschilde komplett abschmelzen, kommt gleich!

In diesem Interview aus der Zeit vom 21.2.18 geht wie stark das Meer im Falle vom Einhalten des Pariser Klimaabkommens immer noch ansteigen kann. Halten wir Paris ein, können wir den Meeresspiegelanstieg bis 2300 auf etwa 0,7 bis 1,2 Meter reduzieren.

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Um das Abschmelzen zu verhindern, beschlossen die UN-Staaten 2015 in Paris die Erdüberhitzung bis 2100 “deutlich unter 2 Grad” zu halten. Vor allem für Inselstaaten und Küstenstädte war dies ein wichtiger Punkt, um dem Pariser Abkommen zuzustimmen. Die Taz hat dazu einen sehr lesenswerten Artikel “Weltklimarat zum 1,5-Grad-Ziel: Nur noch ein schöner Traum” veröffentlicht.

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Während die Politiker*innen das Klimaabkommen verhandelten, demonstrierte ich in den Straßen von Paris für einen starken Klimaschutz.

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Wenn wir so weiter machen wie bisher, wonach es momentan noch aussieht, erreichen wir die 1,5-Grad-Schwelle bereits in den 2040er Jahren. Das ist unglaublich! Danach können sich die Lebensbedingungen so stark ändern, dass wir unseren Planeten und unsere jetzigen Lebensbedingungen nicht wiedererkennen werden. Das beinhaltet auch, dass ein kompletter Verlust der Eisschilde in Grönland und auf der Antarktnis ausgelöst werden kann. Wir erinnern uns, alleine auf Grönland liegen Eismassen für weltweit 7 Meter Meeresspiegelanstieg!

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CORRECT!V schreibt, dass die zehn am stärksten vom Meeresspiegelanstieg betroffenen Städte in Asien liegen. In der Hauptstadt der Phillippinen liegt der Pegel heute zm Beispiel ganze 80 cm höher als noch vor 50 Jahren. Auf dieser Seite stellt CORRECT!V sehr umfassendes Datenmaterial zur Verfügung. Dort kann man weltweit Pegelstände ansehen. Für Deutschland werden auch einige Messstationen von Nord- und Ostsee angezeigt. So ist der Pegel zum Beispiel in Cuxhafen um 31 cm im letzten Jahrhundert angestiegen.

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Bei diesen Zukunftsaussichten frage ich mich, wie viele Meter Meeresspiegelanstieg zum Beispiel die kleinste Stadt Deutschlands, Arnis, aushält.

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Ich will nicht akzeptieren, dass der Seglerhafen in Kappeln wie links im Bild nicht nur mal im Winter unter Wasser steht, sondern zukünftig ggf. auch dauerhaft! Dies hätte zur Folge, dass künftige Generationen nicht mehr wie meine Geschwister und ich rechts im Bild als Jugendliche und Kinder, Kappelns Hafen genießen können. Unglaublich!

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Als nächstes stelle ich mir die Frage wie sich kleine Küstenstädte wie Kappeln bisher auf den Anstieg des Meeresspiegels vorbereiten. Soweit ich weiß, hat Kappeln da noch großen Raum nach oben. Das Thema wird bisher kaum in Kappeln besprochen. Dabei ist es sehr wichtig, jetzt über den langfristigen Küstenschutz zu sprechen.  CORRET!V schreibt, dass die Ostküste der USA, wie zum Beispiel in Miami, bereits 100 Millionen Dollar bereitgestellt hat, um sich auf die Folgen der Klimakrise vorzubereiten. Straßen werden höher gelegt, Hochwasserpumpen instaliert und Abwasserkanäle müssen vor eindringdendem Meerwasser geschützt werden.

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Im Sommer 2017 veranstaltete die grüne Bundestagsfraktion ein Fachgespräch zum Thema “Klima-Auswirkungen in der Arktis und Antarktis“.  Der Wissenschaftler Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung berichtete von seinen Forschungen. In diesem Video sagt er wie viele Meter Meeresspiegelanstieg ein Abschmelzen dieser Eisschilde zur Folge hat. Unbedingt ansehen! Zu den 7 Metern Meeresspiegelanstieg, die auf Grönland in Form von Eismassen gespeichert sind, können die riesigen Eismassen der Antarktnis weltweit den Meeresspiegel insgesamt um weitere 50 Meter anschwellen lassen! UNGLAUBLICH 😦

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Neue Klimastudien gehen nun von einem deutlich höheren Meeresspiegelanstieg aus als noch im letzten Weltklimaratbericht von 2014 angenommen wird wie die ARD berichtet. Es heißt in den Studien, dass ein Anstieg bis zu 1,7 Meter bis 2100 nicht mehr auszuschließen ist. Bisher ging man von ca. bis zu einem Meter Anstieg bis 2100 aus.

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Foto: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Bei diesen schlimmen Nachrichten kann man bestimmt gut nachvollziehen, wieso ich im letzten Jahr im Bundestagswahlkampf bei meiner Arbeit in der Zentrale der Grünen sehr gern diese mobile Großfläche bei einer Aktion zum Klimaschutz vor die CDU-Zentrale zog.

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Die taz schreibt in ihrem Zeitungsbericht “Warnung des Weltklimarats IPCC: Steil nach unten und zwar schnell” , dass wir “eine Schocktherapie im Klimaschutz” brauchen, um “halbwegs sicher in die Nähe des 1,5 Grad Ziels zu kommen.

Dafür brauchen wir eine radikale Senkung beim CO-Ausstoß ab 2020! 

Weiter heißt es in dem Artikel, „dafür müssen die Emissionen aus Kohle, Gas und Öl zwischen 2020 und 2030 und in jedem folgenden Jahrzehnt halbiert werden“, haben Klimawissenschaftler wie Hans Joachim Schellnhuber und Johan Rockström 2017 in ihrem Vorschlag für ein „Carbon Law“ gefordert.”

Die Lösungen, um unsere aktuellen Küstenverläufe zu schützen, liegen also auf dem Tisch. Wir müssen also nur noch ANFANGEN, diese auch konsequent umzusetzen!

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Die Frage ist nämlich: wenn nicht Deutschland anfängt, wer dann?

Folgende Maßnahmen können unsere Lösung sein (taz, Weltklimarat zum 1,5-Grad-Ziel: Nur noch ein schöner Traum, 14.1.18):

  • völliger Verzicht von Kohle und Öl im Strombereich bis 2050
  • eine Dominanz des Ökostroms bis 2050
  • schnelles Schrumpfen des Kohlesektors
  • weltweiter Preis für den CO2-Ausstoß
  • weniger Verbrach von Energie, Wasser, Holz und Fleisch
  • Ende des Verbrennungsmotors bis 2035
  • ab 2020 nur noch Null-Energie-Häsuer

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Wie die Süddeutsche es am 24.11.2017 in ihrem Artikel Nur zwei Grad beschreibt: Mag sein, dass Menschen den Klimawandel überleben. Aber nicht siebeneinhalb Millarden. Und nicht in der Form, die wir heute Zivilisation nennen. 

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Deswegen ist unser Ziel: minus 95 Prozent CO2-Ausstoß bis 2050! So steht es im Pariser Klimaabkommen und so wurde es von der Staatengemeinschaft 2015 in Paris beschlossen.

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Fotos: 350.org

Es liegen also große Aufgaben vor uns und ich bin froh, dass ich mit der Umweltbewegung Fossil Free von 350.org aus den USA, auch in Deutschland aktiv werden kann. Für Fossil Free Berlin konnte ich zum Beispiel bei der Silent Climate Parade 2015 am Brandenburger Tor eine Rede halten oder eine Demo moderieren. Grüne Politiker wie Reinhard Bütikofer haben die Divest-Bewegung sehr früh unterstützt wie hier bei einer Demo auf dem Alexanderplatz in Berlin 2015.

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Mit dem Thema Küstenschutz sind wir auch nicht alleine. Weltweit gibt es sehr viele Städte und sehr viel Infrastruktur, die am Meer liegt wie hier beispielhaft mit New York City, Südspanien (Fuengirola, Marbella), Hamburg, San Francisco, der Türkei, Thessaloniki und Kappeln gezeigt wird. Wenn sich die Küstenbewohner zusammenschließen, ihr Recht auf ihre Heimat und damit Klima- und Küstenschutz einfordern, wird ihre Forderung gehört werden.

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Falls man in Versuchung kommt, sich einzureden, dass der Meeresspiegel schon nicht so stark ansteigen wird. Hier werden einige Daten aus der Geschichte des Meeresspiegels angezeigt. Das letzte Mal war die Erde vor ca. 35 Millionen Jahren eisfrei. Zu dieser Zeit gab es keine polaren Eiskappen. Der Meeresspiegel war 70 Meter höher als heute. Vor 3 Millionen Jahren war die Arktis noch eisfrei. Es war 2 – 3 Grad wärmer als heute. Der Meeresspiegel lag 25 – 30 Meter höher als jetzt. Als es vor 120.000 Jahren 1 – 2 Grad wärmer als heute war, lag der Meerespiegel 4 – 6 Meter höher als jetzt. Während der letzten Kältezeit vor 20.000 Jahren lag das Meer 120 Meter tiefer als heute und es war 5  – 6 Grad kälter als jetzt. Vor 2000 Jahren hörte der Meeresspiegelanstieg (bis jetzt) auf. Nach aktuellem Stand wird das Meer bis 2100 um 0,5 – 2 Meter ansteigen. Bei einer 3-Grad-Erwärmung kann das Meer bis 2300 um 2,5 – 5,1 Meter anschwellen (Quellen: Rohling et al. (2008): High rates of sea-level rise during the last interglacial period, in: Nature, Vol. 1 // Overpeck, Jonathan T., Bette L. Otto-Bliesner, Gifford H. Miller, Daniel R. Muhs, Richard B. Alley, and Jeffrey T. Kiehl (2006): Paleoclimatic Evidence for Future Ice-Sheet Instability and Rapid Sea-Level Rise, in: Science, Vol. 311, S. 1747–1750)

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Es ist also sehr dringend, dass wir dieser Aufforderung von Fossil Free folgen und die Nutzung von fossiler Energie in die Geschichtsbücher verbannen!

Fossil Free zeigt in diesem Video, wie man seine Ziele wie den Stopp der Pipeline Keystone XL unter Obama auch erfolgreich umsetzen kann. Anschauen lohnt sich!

Ein Video von der Aktion von Fossil Free Berlin am Roten Rathaus in Berlin ist hier zu sehen.

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Hier ist mein Großvater mit meiner Mutter als Kind am Strand. Zudem ist Kappeln vor vielen Jahrzehnten zu sehen. Ich will mir nicht vorstellen, dass die nächsten Generationen Kappeln nicht mehr so genießen können wie ich, die Generation meiner Mutter und die meines Großvaters es konnten.

Lassen wir diesen Abschiedsbrief Urlaub war uns wichtiger als eure Zukunft, sorry den die Süddeutsche am 14.7.2017 an die nächsten Generationen schrieb, nicht wahrwerden!

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Kappeln ist also von der Eisschmelze in der Arktis stark betroffen. Schmilzt das Eis weiter, kann man Kappeln ab einem bestimmtem Punkt nicht mehr vor dem Meer schützen! Es heißt also: Kohle oder Kappeln! Ich wähle den Kohleausstieg.

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Auf meiner neuen Klimakarte sind Tipps zum Küsten- und Klimaschutz im Alltag. Dazu zählen:

  • auf Ökostrom umstellen
  • regionales Bioessen kaufen
  • mit Bus und Bahn in den Urlaub fahren
  • Geld nachhaltig anlegen
  • Bewusst konsumieren und Müll vermeiden
  • Selber aktiv werden
  • Filme, wie die von Al Gore, über die Klimakrise gucken
  • schnellen Kohleausstieg fordern und unterstützen
  • Abgeordente zum Küsten- und Klimaschutz auffordern

Weitere Tipps für den persönlichen Klimaschutz befinden sich hier.

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Um sich weiterhin über das Thema Küstenschutz austauschen zu können, habe ich bei Facebook die Seite Küstenstädte schützen erstellt. Gerne liken und teilen!

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Dieser Zeitungsartikel über meinen Vortrag stand am 9.2.2018 in der Zeitung Der Schlei-Bote in Kappeln.

Weitere wissenschaftliche Erkenntnisse über den Meeresspiegelanstieg sind hier zu finden.

Eine Übersicht einer sehr lesenswerten Studie zum Anstieg des Meeres befindet sich hier.

Bei Aktionsvorschlägen oder Präsentationsanfragen gerne an mich (Molina.gosch@gmx.de) wenden.

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