Für den Klimaschutz zu Al Gore nach Mexiko! :)

Von Mr. Klima höchst persönlich lernen, wie ich mich noch besser für den Klimaschutz einsetzen kann? Bei diesen Aussichten musste ich nicht lange überlegen als ich vom nächsten Climate Reality Leaderships Corps Training mit Al Gore von seiner NGO The Climate Reality Project hörte. Immerhin würde der ehemalige Vizepräsident der USA und Friedensnobelpreisträger Al Gore uns persönlich ausbilden! Ende Januar 2018 hatte ich per Mail die ersehnte Zusage zur Teilnahme bekommen. Man kann sich bestimmt vorstellen, wovon ich in den Tagen danach als erstes erzählte? Ungla28954523_10160071147295246_504320783282876027_oublich! Dies war zur richtigen Zeit ein wichtiger Hoffnungsschimmer für mich. Die Ignoranz der neuen Regierung der Klimakrise gegenüber machte mir nämlich zu schaffen. Ende Januar hatte ich deswegen bereits in meiner Heimatstadt Kappeln an der Schlei meinen ersten eigenen Klimavortrag über die Klimakrise, den damit verbundenen Meeresspiegelanstieg und nachhaltige Möglichkeiten gehalten. Wer, wenn nicht Al Gore mit seiner bekannten Klima-Slideshow, konnte mir bessere Tipps für weitere Klima-Vorträge geben?

Mitte März landete ich in der 2300 Meter hochgelegenen Hauptstadt Mexikos. Für das Klima-Training hatte ich sogar auf meinen Vorsatz verzichtet, auf Flugreisen zu verzichten. Seit fast fünf Jahren benutze ich so das erste Mal wieder ein Flugzeug als Transportmittel.

29694590_10160157000460246_6942983456263503872_oDie Luft in Mexiko-Stadt war besser als erwartet. Nach den eisigen Wochen in Deutschland, die uns der instabile Jetstream als Folge der Klimakrise schickte, waren die warmen Temperaturen und der Sonnenschein in Mexiko-Stadt eine sehr willkommene Abwechselung zum Wetter in Deutschland. Am 21.3. begann mein Training zum Climate Reality Leader im Hilton im historischen Zentrum der riesigen Metropole. Als ich morgens die 1,7 km von meinem Hostel zu Fuß zum Hilton lief, kam es mir so vor als wenn ich durch einen Abenteuertraum lief. Die Aussicht darauf, die nächsten 3 Tage über das Klima zu reden, viele spannende Vorträge zu hören, Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen und Al Gores Slideshow von ihm persönlich zu sehen, stimmten mich fröhlich. Das mexikanische Flair verstärkte dieses Gefühl nur noch.

 

Insgesamt waren Al Gores Ruf zum Klimatraining knapp 700 Trainees aus 26 Ländern gefolgt. Die meisten davon kamen aus Mexiko. Es gab eine Simultanübersetzung vom Englischen ins Spanische.

The Climate Reality Project war vor einigen Jahren als NGO von Al Gore gegründet worden. Mehrmals im Jahr werden an unterschiedlichen Orten weltweit Trainees von Al Gore, Wissenschaftltern und führenden Klimaaktivist*innen zu Climate Reality Leadern ausgebildet. Danach darf man Al Gores bekannte Klima-Slideshow in seinem Heimatland halten, um so über die Klimakrise und ihre Lösungen mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und zum Handeln zu aktivieren.

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Als Al Gore das erste Mal die Bühne im größten Saal in Mexiko-Stadt, den sie auftreiben konnten, betrat, war das ein besonderer Moment. Unter Applaus begrüßten wir ihn.

Mit seiner Slideshow machte er uns klar, dass die Lage ernst ist, da es stetig heißer auf der Erde wird und die 28701305_10160091085990246_632307930133492044_oKlimakrise sich täglich verschärft. Er begann mit 3 Fragen: Must we change? Can we change? Will we change? Am europäischen Tisch, wo ich mit 12 anderen Teilnehmer*innen aus England, Wales, Irland, Portugal, Schweden und Deutschland saß, lauschten wir gespannt seinen Worten. Sein Schlachtruf „Act as if your world depends on it“ hallt nachhaltig bei mir nach, “because your world depends on it.” Neben ihm begrüßte uns auch der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera Espinosa, der berichtete was seine Stadt für den Klimaschutz tat. Zum Beispiel will Mexiko-Stadt bis 2025 nur noch elektrische Bussen benutzen. Die Emmy-Award-Gewinnern und Journalistin Vanessa Hauc gab uns wichtige Tipps wie wir erfolgreiche Präsentationen halten. In den Pausen wurde leckeres veganes Essen serviert.

29793684_10160156991350246_5640220519908245504_oIch bin Al Gore sehr dankbar dafür, dass er diese Trainings ins Leben gerufen hat und dass er sich die Zeit dafür genommen hat, uns an diesen drei Tagen so viel zu berichten und mit auf den Weg zu geben. Mit einem Zertifikat über die Teilnahme an dem Training, seiner Slideshow und dem Wissen, dass ich nun Teil dieser weltweiten Bewegung bin, bin ich aus dem sonnigen Mexiko ins noch kalte Deutschland zurückgekommen. Mit neuer Motivation und Hoffnung durch mein internationales Klima-Abenteuer mit Al Gore in Mexiko stürze ich mich nun weiter in Aktivitäten zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Denn nach dem Climate Reality Corps-Training mit dem Vizepräsidenten der USA und Friedensnobelpreisträger Al Gore weiß ich:

100% renewable energy is 100% possible! Wir müssen einfach solange weitermachen, bis das letzte Nein zum Change kommt.

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Mit Karsten aus Deutschland beim Training.

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Gruppenarbeit am europäischen Tisch.

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Der Moment, wenn Al Gore beim Empfang vorbeikommt und einen schönen Abend wünscht: unvergesslich!

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Auf dem Weg zum Abendessen erlebten wir Mexician street style art.

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Ich wagte mich in der Pause nach vorne an die Bühne.

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Nach 3 Tagen Klimatraining bekamen wir unsere Zertifikate als Climate Reality Leader. Yeah!

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Yes! Jetzt sind wir Climate Reality Leader 🙂

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Foto: The Climate Reality Project

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Vor und nach dem Training, blieb etwas Zeit, um Mexiko-Stadt zu erkunden wie hier die Straßen in der Altstadt.

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Sonnige Aussichten aus einem Restaurant.

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Bei den Pyramiden von Teotihuacán 🙂

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Naturverbundene Natives begrüßten den Frühling vor einer Pyramide.

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Die wunderbare Sicht von der einen Pyramide

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Ich freue mich sehr darüber, dass ich am Sonntag die Ciclovía in Mexiko-Stadt miterleben konnte. Dabei werden sonntags für einen gewissen Zeitraum Straßen für Autos gesperrt und für Radfahrer*innen frei gegeben. Dies nenne ich innovative Stadtmobilität!

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Bei sommerlichen Temperaturen nutzten viele Menschen die autofreien Straßen.

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Am Ende dieser Straße liegt das Hilton, in dem das Klima-Training stattfand. Es war sehr schön, die sonst laute Straße ruhig und autofrei zu erleben.

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Im historischen Zentrum gab es einen Markt für lokales Essen.

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Ein Abendbierchen mit Weltenbummlerinnen auf der Dachterrasse von meinem Hostel

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Im Herzen von Mexiko-Stadt

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Mit neuer Energie und Klima-Hoffnungen landete ich nach diesen unvergesslichen Tagen in Frankfurt. Zumindest innerhalb Deutschlands wollte ich so wenig wie möglich mit dem Flugzeug reisen. Nach Berlin gings also mit dem Zug weiter.

Meine Flugreisen werde ich natürlich kompensieren.

Berlin, Anfang April 2018, Molina Gosch